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onlinepredigt 2021.04.18

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358 April-Mai 2021

Worte zur Jahreslosung 2021:


„Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6:36)


Barmherzig sein heißt, sein Herz einer Person zu öffnen, die sich in einer Notlage befindet und aus diesem Mitleid ihr zu helfen. Dieses Mitleid kennen wir alle, haben es selbst erfahren und üben es auch selbst aus, indem wir anderen helfen, spenden und viele andere gute Dinge tun.
Jesus erwartet von uns, dass wir in dieser Hinsicht genauso handeln wie unser Vater. Dabei meint er nicht unseren leiblichen Vater, sondern Gott, den wir im Gebet „Unser Vater im Himmel“ nennen.
Im Gleichnis vom verlorenen Sohn beschreibt Jesus diesen Gott als einen Vater, der großzügig und vergebungsbereit ist und zeigt so, was Barmherzigkeit bedeuten kann: Eine unverdiente, aber großzügige Zuwendung in bedingungsloser Liebe.
Jeder von uns kennt die „goldene Regel“: „Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun, tut ihr ebenso ihnen.“ (Lukas 6:31). Das friedliche Zusammenleben kann nur gelingen, wenn man nach dieser Regel verfährt.
Reicht das schon aus? Ist das nicht das Prinzip der meisten Religionen? Ist das nicht überaus menschlich?
Sicher. Doch der Anspruch an uns, den Jesus erhebt, geht viel weiter. Er erschließt sich uns nur, wenn wir den Zusammenhang der Jahreslosung betrachten und nicht nur einen Vers herauspicken.
In der Bergpredigt (hier ein Teil in Lukas 6:27 – 38) ist dieser Vers als Schlussfolgerung eingebettet in eine Aufforderung, die das menschliche Vermögen übersteigt: „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch fluchen; betet für die, die euch beleidigen!“
Das geht einfach nicht aus menschlicher Sicht, es übersteigt unser Verlangen nach persönlicher Freiheit, nach unserem Recht, auf das wir einen Anspruch haben oder zumindest glauben, zu haben. Es geht gegen den Strich, seinem Nachbarn immer wieder freundlich zu begegnen, wenn von diesem ständig Streit vom Zaun gebrochen wird, wenn ich beleidigt oder benachteiligt werde. „Der Klügere gibt nach, bis er merkt, dass er der Dümmere ist.“ ist ein Spruch, der in unseren Köpfen herumgeistert. Nachgeben ist gegen alle Gefühle und Regungen im eigenen Herzen.
Ganz anders bei Jesus: Er verzichtete auf alle seine göttlichen Rechte und starb unschuldig am Kreuz, vergab sogar im Sterben noch seinen Feinden. Diese Einstellung ist nicht mehr menschlich. (Phil. 2:6-8)
Was bedeutet es nun für mich? So wie Jesus mit Gott, dem Vater, in Verbindung stand, darf auch ich zu Gott kommen. Jesus ist die Brücke zu ihm. Ich darf meine egoistischen Züge, meinen Jähzorn, meine ablehnenden Gefühle ihm anvertrauen und ihn bitten, mich zu verändern. Denn aus eigener Kraft wird es mir auf Dauer nicht gelingen. Es wird nur Stückwerk bleiben. Erst dann werde auch ich Frieden mit mir selbst finden, aber vor allem Frieden mit Gott. Und es wird Auswirkungen auf die Personen in meinem Umfeld haben.
Dass es einem jedem von uns gelingt, mit sich selbst und gegenüber dem anderen barmherzig zu sein, wie auch Gott barmherzig ist, das wünscht Ihnen ...


Frank Schepella, Gemeindeleiter der EFG-Schmalkalden !

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