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Juli 2018

Monatsspruch für Juli 2018:

 

„Sät Gerechtigkeit und erntet nach dem Maß der Liebe! Pflügt ein Neues, solange es Zeit bist, den Herrn zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt.“

Hosea 10,12.

Es ist hier vom Säen, Ernten, Pflügen und Regnen die Rede. Aber eine landwirtschaftliche Anweisung ist es sicher nicht. Ein Beispiel aus der Landwirtschaft wird hier vom Propheten Hosea benutzt, um den Umgang den wir miteinander pflegen sollen zu verdeutlichen.

Nur wenn Säen, Ernten, Pflügen und Regnen im richtigen Ausmaß zur Geltung kommen, kann Getreide eingebracht werden. Nur so ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln und damit das Überleben gesichert. Nur wenn Gerechtigkeit und Liebe im richtigen Rahmen und glaubwürdig praktiziert werden, kann unser Leben gelingen. Und wieder ein Vergleich. Wir bringen Samenkörner in die Erde und es wachsen Ähren. Wir ernten eine wesentlich größere Menge als wir säen. Nur so ist unser Lebensunterhalt gesichert.

An einer bestimmten Stelle in der Gesellschaft sitze ich an der Schaltstelle. Durch Gerechtigkeit bei der Verteilung notwendiger Güter oder Genehmigungen wird man mir mit Achtung begegnen , mich schätzen und lieben. Wenn ich aber das Prinzip der Gerechtigkeit vernachlässige? Die Folgen sind oft Not und Hass. Was aber ist Gerechtigkeit? Wer nicht nur an sich denkt sondern auch gleichberechtigt an alle anderen, wird durch sein Gewissen zu richtigen Entscheidungen geleitet.

Pflügt ein Neues! ruft der Prophet. Stellen wir uns vor. Einen ganzen Tag lang hat ein Landwirtseinen ochsen angespannt und die schwere Arbeit des Pflügens hinter sich gebracht. Morgen kann er ausruhen und die Beine hoch legen. Da kommt der Prophet und fordert ihn auf:“ Morgen ruhst du nicht aus sondern spannst wieder na und pflügst ein neues Feld, das du bisher nicht bearbeitet hast. Er wird vom Landwirt allesandere als Begeisterung ernten. Und trotzdem ist genau dies manchmal nötig.

Gott ruft uns auf, auch wenn es Mühe macht, nicht nur für uns und unser Land zu ackern sondern auch für diejenigen, die als notleidende Flüchtlinge zu uns kommen und unsere Hilfe und Solidarität dringend brauchen. Wir werden Achtung, Dankbarkeit und Liebe ernten. Wer ihnen notwendige Hilfe verweigert, erntet das Gegenteil.

Nun bleibt die Frage nach dem Regen. Alle Arbeit in der Landwirtschaft ist vergeblich, wenn es nicht regnet. Der Regen kommt von Gott. Der Regen von dem der Prophet hier vergleichsweise spricht kommt auch von Gott. Regen können wir nicht selbst machen. Der Regen den Gott in unser Leben und in unser gesellschaftliches Miteinander bringt, können wir auch nicht selbst machen. Aber wir können und sollen die Voraussetzungen schaffen, damit Gott seine Gerechtigkeit auf uns regnen lassen kann. Denn Gott gibt seinen Regen, sein Gedeihen nur, wenn wir mit unseren Möglichkeiten die Gerechtigkeit in die Waagschale werfen, die wir hineinwerfen können. Wir können ohne Gerechtigkeit reich werden. Aber es wird ohne die Gerechtigkeit Gottes immer weniger gelingen, als Menschen miteinander zu leben. Deshalb ist es so ungeheuer wichtig, Gott und seine Gerechtigkeit zu suchen und sich von ihm bestimmen zu lassen. Ohne die Gerechtigkeit Gottes, ohne unseren Einsatz für gerechten, gleichberechtigten Umgang in der Gesellschaft wird die globale Vernetzung zum Fallstrick.

 

Euer Sigfried Eger