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Ökumenisches Bibelgespräch

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Monatsspruch Januar 2020:

„Gott ist treu.“ 1. Korinther 1,9

 

Streiflichter zum Thema „Treue“:Eheliche Treue bleibt ungetrübt, wenn sie von keinem der beiden Partner gebrochen wird. Dieser Vertrag basiert auf „treu und glauben“; Vertrauen rauf, Bürokratie runter. „Der ist aber treu.“ Da kommt es ganz auf den Unterton an. „Meine ehre heißt Treue.“ Das ist ein gefährlicher Satz. Menschen verpflichten sich zur Treue einem oft radikalen, korrupten oder gar kriminellen System, gegen das sie eigentlich Widerstand leisten sollten. Es kommt also ganz darauf an, wem man sein Vertrauen schenkt und in Folge treu ist. Treue kann sowohl gut als auch schlecht sein. Treue gegenüber Menschen muss immer die Möglichkeit der Korrektur auf Grund gewonnener Erkenntnisse ermöglichen.


Wir haben in Deutschland Zeiten politischer Diktaturen hinter uns, die sich zu Unrechtsstaaten entwickelten. Die Zahl der Befürworter und Treuen sind erschreckend. Hätten sie nicht das Unrecht sehen müssen? Haben sie es einfach gerechtfertigt, Haben sie weg geschaut? Am Ende des Systems war der Zusammenbruch groß, nicht nur der politische sondern auch der persönliche von Millionen Menschen, die treu gewesen sind, wo sie es nicht hätten sein dürfen.
Nun ist man vorsichtiger geworden. Man vertraut keinem System, man vertraut immer weniger Menschen, oft nicht mal sich selbst. Treue in jeder Form bleibt mehr und mehr auf der Strecke. Entscheidungen zu fällen wird zunehmend schwerer. Man fürchtet sich vor dem Risiko einer falschen Entscheidung und vor den Folgen. Beliebigkeit und fehlende Festlegungen haben die Treue abgelöst. Es beschleicht uns immer mehr eine innere Leere. Die Unsicherheit wächst. Ganz offenbar bekommen wir den Spagat zwischen Treue und Freiheit nicht so recht hin.
Der Apostel Paulus schreibt mit dem 1. Korintherbrief der dortigen Gemeinde so einiges, das ihm nicht leicht fällt und. Die Gemeinde nimmt auch nicht alles ohne Widerspruch hin. Die Treue zum Apostel hat Risse bekommen. Umgekehrt ist es ebenso. Damit will sich aber Paulus nicht abfinden. Er kämpft um Klarheit und Vertrauen. Er kämpft um die richtige Einstellung zu einer christlichen Lebensführung. Er kämpft um Treue zu seinen Erkenntnissen und Anweisungen. Bei welcher Anweisung ist Treue zu fordern? Die Auffassungen sind unterschiedlich.
Aber am Anfang des Briefes geht Paulus nicht auf seine Erwartungen zur Treue für seine Anweisungen ein. Er geht auf die Treue Gottes zu uns ein. Gott hat in Jesus Christus seine Treue zu uns besiegelt und wirbt, dass wir sein Angebot annehmen. Gott ist treu, auch wenn wir in Untreue verfallen oder uns von falschen Treueverpflichtungen durch Menschen blockieren lassen. Lassen wir uns auf die Treue Gottes ein! Dann öffnet er uns die Augen über Treue und Freiheit, so wie es für uns und unsere Mitmenschen gut ist. Gott zeigt uns, wo wir Vertrauen haben sollten und wo nicht. Gottes Treue eint Zerstrittene. Gottes Treue schenkt uns den Blick für das Wesentliche. Gottes Treue löst uns von falschen Treueverpflichtungen. Gottes Treue lässt uns einander treu sein in der großen Freiheit, zu der uns Christus befreit hat. Wir dürfen und sollen da treu sein wo wir spüren, dass Gott sich dieser Treue anschließt.

(C) Euer Siegfried Eger

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