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Monatsspruch Oktober 2020:

„Sucht der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn es ihr wohl geht, geht es euch auch wohl“. Jeremia 29,7

Es war entsetzliches geschehen. Der übermächtige babylonische Großkönig Nebukadnezar hatte das kleine Königreich Juda mit seiner Hauptstadt Jerusalem erobert. Er hatte die Stadt zerstört, den Tempel Gottes zur Ruine gemacht und die meisten Einwohner soweit sie das alles überlebt hatten, gefangen genommen und nach Babylon verschleppt. Sie kamen dort in ein fremdes Land und mussten sich in einem fremden Kulturkreis zurechtfinden.

Sie erlebten eine völlig andere Religion. Der Gott Israels spielte dort keine rolle. Feindesland. Sollte man sich da nicht wünschen, Babylon möge ebenso untergehen wie Jerusalem?
Der Prophet Jeremia hatte nicht nur während der Belagerung Jerusalems sondern schon lange davor im Namen Gottes gewarnt und das Volk ebenso wie den König und seinen Hofstaat zur Umkehr zu Gott, zu Gerechtigkeit und politischem Realismus aufgefordert. Er wurde nicht gehört. Er wurde verachtet, verlacht, isoliert und zuletzt inhaftiert. Hätte er jetzt, wo bewiesen war dass er mit seinen Ermahnungen recht hatte sagen können:“Ich hatte euch das alles im Vorfeld gesagt, ihr habt nicht gehört. Jetzt seht zu, wie ihr mit all dem fertig werdet.“ Ganz im Gegenteil. Er schreibt den Gefangenen im babylonischen Exil einen Trostbrief, aus dem dieser Monatsspruch entnommen ist.
Wo du auch bist. Egal, ob du die Stadt magst in der du lebst oder nicht, ob du dich hier zu Hause weißt oder als Fremder fühlst. Es ist deine Stadt. Hier darfst, hier kannst du dich einbringen. Hier hasst du Zukunft auch wenn du dies noch nicht so siehst oder sie sich anders entwickelt, als du es dir wünscht. Diese Stadt braucht dich mit deinen Fähigkeiten und deinem Können. Alle die Verantwortung übernommen haben, sei es regional oder überregional, brauchen deinen Beitrag für das Ganze. Die Menschen die das öffentliche Leben aufrecht erhalten, sei es im medizinischen, sozialen oder sonstigem Bereich brauchen deine Hochachtung, deine Unterstützung und dein Gebet. Das Beste für die Stadt, dein Land und die Welt ist nur selten problemlos und sofort zu erkennen. Da b raucht es auch Gespräch und vor allem Gebet. Deshalb mahnt der Prophet, das Beste zu suchen. Wer das Beste sucht und dafür betet wird weder randalieren noch andere mutwillig gefährden. Er wird die Mitmenschen suchen und Integration fördern.
Der Stadt Bestes suchen heißt nicht,dass du immer sie selbe Meinung hast wie die anderen, die selben Entscheidungen für richtig hältst wie es in der allgemeinen Meinung erkennbar ist. Jeremia war meist mit seiner Sicht der Dinge die er durch Gott erkannt und gepredigt hatte, alleine. Auch die Regierenden ringen um die richtige Entscheidung und sind für die Mitarbeit anderer dankbar. Dafür, dass wir hier in Deutschland Meinungsfreiheit genießen, müssen wir Gott täglich danken. Unser Gebet sollte immer wieder mit einschließen, für die Erhaltung der Demokratie zu beten und in ihr zu arbeiten.
Das Prophetenwort schließt:“denn wenn es ihr wohl geht, geht es euch auch wohl“. Es geht uns gut, wenn es den anderen auch gut geht. Egoismus kommt nicht von Gott. Deshalb soll unser gesellschaftliches Bestreben im Namen Gottes sein; bemühe dich so zu raten und zu handeln, dass du dich für die Sache der Vielen ein setzt und nicht für die der Wenigen die ohnehin mehr haben als gut ist. Ein Leben für die Entrechteten, Vertriebenen, Heimatsuchenden und Ausgegrenzten ist ein Leben im Namen Gottes. Wir brauchen mehr Gerechtigkeit, mehr Nächstenliebe und mehr Gebet für alle Menschen und Solidarität mit allen Menschen.

(C) Euer Siegfried Eger

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